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Moin! Der Aal – der geheimnisvolle Schleicher unserer Gewässer. Nachtaktiv, schlau und ein absoluter Gourmet-Fisch. Aalangeln hat was Besonderes: Du sitzt in der Dunkelheit am Wasser, hörst die Natur und plötzlich klingelt der Bissanzeiger. Adrenalin pur! Gleichzeitig ist der Aal ein Fisch, der Geduld belohnt – wer die Nächte kennt, wer die richtigen Plätze findet und seinen Köder richtig präsentiert, der wird mit einem der spannendsten Fänge belohnt, die unsere Gewässer zu bieten haben.
Kurzportrait Aal
Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein faszinierender Fisch. Er schlüpft in der Sargassosee im Atlantik, wandert als winzige Larve nach Europa und lebt hier 10–20 Jahre in Süßwasser, bevor er zurück ins Meer zieht um zu laichen. Diese Reise – tausende Kilometer durch den offenen Ozean – macht ihn zu einem der bemerkenswertesten Tiere unserer Gewässer.
Wie der Aal in unsere Seen kommt
Als sogenannte Glasaale – durchsichtige, fingergroße Jungfische – erreichen sie nach einer etwa drei Jahre langen Drift über den Atlantik die europäischen Küsten. Von dort wandern sie flussaufwärts, manchmal sogar über Land durch feuchtes Gras, um abgeschnittene Gewässer zu erreichen. Klingt unglaublich, stimmt aber: Der Aal ist einer der wenigen Fische, der auch außerhalb des Wassers kurz überleben kann, solange seine Haut feucht bleibt.
Warum der Aal so wertvoll ist
Die Bestände des Europäischen Aals sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochen – auf unter 10 Prozent des früheren Niveaus. Ursachen sind Verbauungen in Flüssen, Parasiten, Fischerei und der Klimawandel. Viele Angelvereine beteiligen sich aktiv am Besatz mit Jungaalen. Wenn du einen Aal zurücksetzt, trägst du direkt zum Erhalt dieser Art bei. Das ist kein leerer Appell – es macht wirklich einen Unterschied.
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Wann und wo auf Aal angeln?
- Saison: Mai bis Oktober, Hauptsaison Juni–September
- Uhrzeit: Ab Dämmerung bis ca. 1 Uhr nachts – die heiße Phase
- Wetter: Warme, schwüle Nächte mit bedecktem Himmel – Aal-Wetter!
- Spots: Schlammiger Grund, Seerosen, versunkenes Holz, Uferbefestigungen
Die besten Spots erkennen
Aale lieben Verstecke. Du findest sie am zuverlässigsten an Stellen, die anderen Anglern zu ungemütlich sind: unter überhängenden Weiden, zwischen Wurzeln, an alten Steganlagen oder direkt unter Schilfkanten. Schlammiger Grund ist ein sehr gutes Zeichen – der Aal wühlt sich tagsüber gern ein und wartet auf die Nacht. Wenn du beim Vorblei nach ein paar Metern schwarzen Schlamm spürst, bist du richtig.
An Seen mit Zu- oder Abflüssen lohnt sich ein Blick in deren Nähe. Aale nutzen Strömungsrinnen als Orientierung und Wanderpfade. Besonders produktiv sind auch Unterwasserkanten – Absätze im Bodenrelief, an denen der Grund plötzlich tiefer wird. Hier warten Aale auf Kleintiere, die von der Kante herunterfallen.
Temperatur und Mondphase
Aale sind wechselwarme Tiere und reagieren stark auf Wassertemperaturen. Unter 12 Grad werden sie träge und fressen kaum. Ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad – dann sind sie auf Nahrungssuche und beißen gut. Ein weiterer Faktor, der unter Aalanglern immer wieder diskutiert wird: die Mondphase. Viele erfahrene Angler schwören auf Neumondnächte, weil es dann dunkler ist und die Aale offenbar unvorsichtiger werden. Ein konkreter Test lohnt sich – führ ein Fanggbuch und du wirst deine eigenen Muster entdecken.
Montage fürs Aalangeln
Die klassische Aal-Montage ist simpel:
- Laufblei (20–40 g) auf die Hauptschnur
- Gummiperle als Knotenschutz
- Wirbel
- 30–40 cm Vorfach (Mono 0,30–0,35 mm)
- Aalhaken Größe 2–6 (langschenkelig)
Warum das Laufblei so wichtig ist
Der Aal ist ein vorsichtiger Beiß-Tester. Er nimmt den Köder, zieht kurz, lässt los – und erst beim zweiten oder dritten Anlauf schluckt er ihn richtig. Mit einem festen Blei würde er den Widerstand sofort spüren und den Köder fallen lassen. Das Laufblei gibt ihm die Möglichkeit, Schnur zu nehmen ohne Gegendruck – und du siehst nur ein langsames, stetiges Ablaufen auf deiner Freilaufrolle. Genau dann ist der richtige Moment zum Einhaken.
Schnur und Rute für die Nacht
Für eine mittlere Angelstelle reicht eine Karpfen- oder Feederrute mit 2,5 bis 3,5 Pfund Wurfgewicht. Wichtiger als die Rute ist ein guter Bissanzeiger mit Lautsprecher – du willst den Biss hören, auch wenn du kurz wegschaust oder döst. Als Hauptschnur hat sich eine monoflie Schnur in 0,28 bis 0,32 mm bewährt. Geflochtene Schnüre bieten zwar mehr Sensibilität, aber beim Aal willst du ein wenig Dehnung im System, um nicht beim ersten Ruck einen schlecht gesetzten Haken zu verlieren.
Die besten Köder
| Köder | Bewertung |
|---|---|
| Tauwurm (ganz) | ★★★★★ – DER Aal-Köder Nr. 1 |
| Tauwurmbündel | ★★★★★ – Selektiert größere Aale |
| Kleiner Köderfisch | ★★★★ – Top für große Aale |
| Mistwurm | ★★★ – Fängt, aber weniger selektiv |
Den Tauwurm richtig aufziehen
Der Tauwurm ist nicht umsonst die Nummer eins. Er duftet intensiv, bewegt sich natürlich am Haken und ist für den Aal ein vertrautes Nahrungsmittel. Wichtig ist, wie du ihn aufziehst: Zieh den Wurm locker auf den Haken, ohne ihn dabei zu zerreißen. Das Hakenende soll rausschauen, der Rest des Wurms hängt frei herunter und zappelt im Wasser. Ein Bündel aus drei bis vier Würmern an einem größeren Haken (Größe 2 oder 1) selektiert zuverlässig auf Aale über 45 cm – kleine Weißfische können einen so großen Köder kaum nehmen.
Tipps für die Nacht
- Stirnlampe mit Rotlicht – das verscheucht die Fische weniger
- Abhakmatte und feuchtes Tuch bereithalten – Aale sind glitschig!
- Hakentöser ist Pflicht – Aale schlucken oft tief
- Schnell entscheiden: Verwerten oder zurücksetzen
Den Aal sicher handhaben
Kaum ein Fisch ist so schwierig zu greifen wie ein Aal. Seine Haut ist mit einem dicken Schleimfilm überzogen – und das ist gut so, denn der Schleim schützt ihn. Wenn du einen Aal zurücksetzen willst, fass ihn mit einem feuchten Tuch oder Handtuch kurz hinter dem Kopf. Dreh ihn nicht auf den Rücken und halte ihn nicht zu lange aus dem Wasser. Dreißig Sekunden reichen für ein ruhiges Abdrücken des Hakens – dann geht er rückwärts zurück ins Wasser und zieht davon.
Wenn du den Aal entnehmen willst, geht das am saubersten mit einem kurzen, gezielten Schlag auf den Hinterkopf, direkt hinter den Augen. Dann sofort in einen kühlen Behälter oder auf Eis. Frisch verarbeitet ist Aal eine Delikatesse – geräuchert, gebraten oder als Suppe.
Was du nachts dabei haben solltest
Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einer frustrierenden und einer entspannten Nacht. Neben der Angelausrüstung gehören dazu: warme Kleidung (es kann auch im Juli nachts frischen), Insektenschutz (die Mücken freuen sich über jeden Abenteurer), ausreichend Wasser und Snacks sowie ein vollständig geladenes Handy. Sag jemandem, wo du angelst – nicht wegen der Fische, sondern weil du allein am Wasser bist.
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Veröffentlicht durch die AngelEinsteiger-Redaktion. Veröffentlicht am 29. Juli 2026.
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