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Moin! Welse – die Giganten unserer Gewässer. Ein Fisch, der in Deutschland über 2 Meter lang werden kann und dir alles abverlangt. Klingt nach Profi-Sport? Nicht unbedingt! Auch als Einsteiger kannst du gezielt auf Wels angeln. Ich zeig dir, wie.
Der Wels – Kurzportrait
Der Europäische Wels (Silurus glanis) ist der größte Süßwasserfisch Europas. In Deutschland kommen Welse in vielen größeren Flüssen, Seen und Talsperren vor. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv, fressen fast alles und kämpfen wie Lokomotiven.
Wann und wie jagt der Wels?
Der Wels ist ein klassischer Lauerjäger. Er liegt tagsüber ruhig am Grund – oft nahe an Strukturen wie Holz, Steinen oder in tiefen Mulden – und wird in der Dämmerung aktiv. Sobald die Sonne untergeht, beginnt seine eigentliche Jagdzeit. Besonders heiß sind die Stunden zwischen 21 Uhr und 2 Uhr nachts.
Interessant: Welse nehmen Vibrationen und Gerüche weit besser wahr als ihr Sehvermögen es vermuten lässt. Sie haben lange Barteln, die mit Geschmacks- und Tastrezeptoren besetzt sind. Das erklärt, warum stark riechende Köder wie Calamari oder Pellets so gut funktionieren – der Wels "schnüffelt" seinen Weg zum Köder, auch bei trübem Wasser und in der Dunkelheit.
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Warme Sommer begünstigen die Aktivität deutlich. Bei Wassertemperaturen unter 10 °C werden Welse träge und fressen kaum noch. Die beste Zeit fürs Wallerangeln liegt zwischen Mai und Oktober.
Die besten Köder für Welse
- Tauwurmbündel: 10–20 Tauwürmer auf einen großen Haken – fängt besonders kleinere Welse zuverlässig
- Köderfisch: Brassen, Rotaugen oder Barsche als Ganzes oder Hälfte angeboten
- Calamaris: Tintenfischringe aus dem Supermarkt – günstig und extrem fängig
- Pellets/Boilies: Große Halibut-Pellets oder fischige Boilies an der Haar-Montage
Köder richtig vorbereiten und anbieten
Der Köder allein entscheidet nicht – die Präsentation macht den Unterschied. Ein Tauwurmbündel sollte so gebunden sein, dass die Würmer lebendig zappeln und einen intensiven Geruchsteppich im Wasser erzeugen. Binde dazu 15–20 Tauwürmer mit einem Bündelfaden in der Mitte zusammen und stich den Haken mittig durch das Bündel, sodass die Enden frei bewegen können.
Beim Köderfisch empfiehlt sich für Einsteiger der halbe Fisch: Schneide einen frischen Brassen oder ein Rotauge in der Mitte durch, und stich den Haken durch den Rücken des Kopfteils. Der Innereiengeruch zieht Welse auch auf größere Distanz an. Frischer Köder schlägt tiefgefrorenen dabei fast immer.
Calamari-Ringe können mit einer Schere in breite Streifen geschnitten werden. Diese wickelst du locker um den Hakenbogen – das ergibt eine flatterige Silhouette, die im Strömungsbereich gut arbeitet. Tauche die Streifen kurz in Fischöl oder Leberwurstpaste, um den Geruchsreiz zu verstärken.
Einfache Wels-Montagen
Die Grundmontage mit U-Pose
Die U-Pose (Unterwasserpose) ist die Standardmontage für Welse am Grund. Sie hebt den Köder leicht vom Boden ab und macht ihn für den Wels besser auffindbar:
- Schweres Grundblei (100–200 g) als Endblei
- 70–100 cm darüber einen Seitenarm mit U-Pose
- Am Seitenarm: Vorfach mit Einzelhaken und Köder
Die Freifluss-Montage für Flüsse
In fließenden Gewässern ist die Freifluss-Montage eine tolle Alternative für Einsteiger. Dabei wird kein festes Blei verwendet – stattdessen lässt du die Strömung den Köder natürlich abwärts treiben:
- Lege einen Klemm-Bleischuß (3–5 g) etwa 30 cm über dem Haken
- Öffne die Rollenbremse leicht oder schalte den Freilauf ein
- Lass die Montage mit der Strömung langsam abtriften – bis zu 20–30 Meter flussabwärts
- Nach jeder Drift einrollen und neu auswerfen
Diese Methode deckt deutlich mehr Gewässerbereich ab als eine stationäre Grundmontage. Besonders in Flussbiegungen, wo sich Welse gerne postieren, ist das ein großer Vorteil. Die Bisse kommen dabei oft schlagartig – halte die Rute immer in der Hand.
Wo stehen Welse?
Such dir diese Spots:
- Tiefe Löcher in Flüssen (Gumpen)
- Einmündungen von Nebenflüssen
- Wehre und Kraftwerksausläufe (warmes Wasser!)
- Umgestürzte Bäume und Totholz
- Hafenbecken und Schleusenbereiche
Saisonale Tipps: Wann lohnt sich welcher Spot?
Im Frühjahr (April–Mai) zieht es Welse in flachere, sich schnell erwärmende Bereiche. Buchten, Flachwasserzonen an Südufern und Schilfkanten sind dann erste Anlaufstellen. Die Welse fressen nach dem Winter hungrig und aggressiv – ein guter Zeitpunkt für den ersten Versuch.
Im Hochsommer (Juni–August) stehen die größten Welse oft in tiefen, kühlen Löchern. Flüsse mit konstantem Zufluss kühlen Grundwassers sind dann besonders attraktiv. Wehre und Kraftwerksausläufe bleiben das ganze Jahr über Hotspots, weil das Wasser dort durch Turbinenabwärme oft wärmer ist als die Umgebung.
Im Herbst (September–Oktober) fressen Welse nochmals intensiv, bevor sie in die Winterruhe übergehen. Tiefe Rinnen und Gumpen nahe Einmündungen liefern dann zuverlässig Bisse – oft auch tagsüber etwas früher als im Sommer.
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Veröffentlicht durch die AngelEinsteiger-Redaktion. Veröffentlicht am 13. Juli 2026.
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