Ratgeber/Catch & Release: Richtig zurücksetzen (oder Fisch verwerten?)

Catch & Release: Richtig zurücksetzen (oder Fisch verwerten?)

AngelEinsteiger·15. Juni 2026
Catch & Release: Richtig zurücksetzen (oder Fisch verwerten?)

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Catch & ReleaseRechtPraxis

Das ist ein Thema, bei dem es in der Angel-Community heiß hergeht: Catch & Release. Darf ich Fische zurücksetzen? Muss ich jeden Fisch töten? Was sagt das Gesetz? Als Einsteiger bist du damit wahrscheinlich verunsichert – und selbst erfahrene Angler streiten sich darüber.

Was bedeutet Catch & Release?

Catch & Release (C&R) bedeutet: Einen Fisch fangen und lebend zurücksetzen, statt ihn zu entnehmen und zu verwerten. In vielen Ländern (USA, Kanada, Skandinavien) ist C&R völlig normal und sogar vorgeschrieben. In Deutschland ist die Lage komplizierter.

Die Rechtslage in Deutschland

Wichtig: In Deutschland gilt das Tierschutzgesetz (§1 TierSchG). Darin steht: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Das heißt: Du darfst nicht „zum Spaß" angeln und Fische wieder zurücksetzen – zumindest ist das die vorherrschende juristische Auslegung.

Was bedeutet das konkret?

  • Du brauchst einen „vernünftigen Grund" zum Angeln: Nahrungserwerb oder Hege (Gewässerpflege) gelten als vernünftig
  • Gefütterte, maßige Fische: Wenn der Fisch die Schonzeit einhält und das Mindestmaß hat, solltest du ihn entnehmen und verwerten – das ist die Grundregel
  • Reines C&R zum Spaß: Rechtlich problematisch in Deutschland. Es gibt keine klare Verurteilung, aber auch keinen Freispruch
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Wann DARFST du zurücksetzen?

Situation Zurücksetzen? Erklärung
Fisch unter Mindestmaß Pflicht! Untermassige Fische müssen zurück
Fisch in der Schonzeit Pflicht! Geschützte Fische müssen zurück
Geschützte Art Pflicht! Z.B. Nase, Barbe (je nach Bundesland)
Tageslimit erreicht Aufhören! Wenn du dein Limit hast: Angeln beenden
Maßiger Fisch, keine Verwertung geplant Grauzone Rechtlich umstritten in Deutschland
Meine Meinung: Ich stehe zu einem pragmatischen Ansatz. Fische, die ich verwerten kann und will, nehme ich mit. Fische, die für den Bestand wichtig sind (z.B. große Laichfische), setze ich vorsichtig zurück – im Interesse der Gewässergesundheit. Das ist Hege, und Hege ist ein vernünftiger Grund.

Wenn du zurücksetzt: So machst du es richtig

Falls du einen Fisch zurücksetzen darfst (oder musst), tue es richtig, damit er überlebt:

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  1. Schnell handeln: Je kürzer der Fisch außerhalb des Wassers ist, desto besser. Unter 30 Sekunden anstreben.
  2. Nasse Hände: IMMER nasse Hände! Trockene Hände zerstören die Schleimschicht des Fisches, die ihn vor Infektionen schützt.
  3. Im Wasser abhäkeln: Wenn möglich, den Haken im Wasser lösen, ohne den Fisch herauszunehmen.
  4. Schonhaken verwenden: Widerhaken andrücken oder Schonhaken nutzen – deutlich einfacher und schonender.
  5. Nicht quetschen: Fische nie am Bauch quetschen! Das schädigt innere Organe. Am Unterkiefer oder mit nassem Kescher halten.
  6. Erholung ermöglichen: Den Fisch im Wasser halten, bis er von selbst wegschwimmt. Bei erschöpften Fischen: Vorsichtig vor und zurück bewegen, damit Wasser durch die Kiemen strömt.
Sitzt der Haken tief? Wenn der Fisch den Haken geschluckt hat, NICHT herausreißen! Das tötet den Fisch. Schneide die Schnur so nah am Haken wie möglich ab. Der Haken rostet nach einigen Tagen raus, und der Fisch überlebt deutlich besser als mit einer gerissenen Speiseröhre.

Fisch verwerten: So geht es richtig

Wenn du einen Fisch entnimmst, tue es waidgerecht:

Schritt 1: Waidgerecht töten

  1. Betäuben: Einen kräftigen Schlag mit dem Fischtöter (Priest) auf den Kopf – direkt hinter die Augen. Der Fisch muss sofort bewusstlos sein.
  2. Töten: Kiemenschnitt oder Herzstich. Schnell und sauber. Das klingt brutal, ist aber die humanste Methode.
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Schritt 2: Ausnehmen

Fisch zeitnah ausnehmen (Innereien entfernen). Am besten direkt am Wasser, solange der Fisch frisch ist. Mit einem scharfen Messer den Bauch vom After bis zum Kiefer aufschneiden, Innereien entnehmen, mit Wasser spülen.

Schritt 3: Kühlen

Den ausgenommenen Fisch sofort kühlen. Kühltasche mit Eisakkus ist Pflicht! Im Sommer verdirbt Fisch innerhalb weniger Stunden.

Praxis-Tipp: Nimm immer eine Kühltasche mit Eisakkus mit, auch wenn du nicht planst, Fisch mitzunehmen. Manchmal beißt ein maßiger Fisch, den du verwerten möchtest – und dann bist du vorbereitet. Ich hab immer eine kleine Tasche im Auto.

Einfache Zubereitungsideen

  • Forelle: Geräuchert oder in der Pfanne mit Butter und Mandeln
  • Barschfilet: In Butter braten, Zitrone, Salz, Pfeffer – fertig. Sensationell!
  • Zander: Filetieren, mehlieren, braten. Einer der besten Speisefische überhaupt.
  • Hecht: Hechtfrikadellen oder Hechtklöße. Nicht ganz so einfach, aber mega lecker.
  • Karpfen: Gebacken (fränkische Art) oder geräuchert. Traditionell und köstlich.

Die richtige Haltung beim Angeln

Wichtig ist: Wir respektieren den Fisch. Wenn wir einen Fisch fangen, den wir essen möchten und dürfen, nehmen wir ihn mit und bereiten ihn gemeinsam zu. Wer angelt, sollte auch lernen, einen Fisch zu betäuben, auszunehmen und zu braten. Man weiß: Das Essen kommt nicht aus der Plastikverpackung.

Fische, die zurückmüssen (zu klein, Schonzeit), setzen wir vorsichtig zurück. Und wenn wir genug Fisch für eine Mahlzeit haben, hören wir auf. So einfach ist das.

Checkliste: Waidgerechter Umgang

  • Maßband und Schonzeiten-Tabelle dabei? ✔
  • Fischtöter (Priest) eingepackt? ✔
  • Scharfes Messer dabei? ✔
  • Kühltasche mit Eisakkus? ✔
  • Schonhaken oder Widerhaken angedrückt? ✔
  • Hakenlöser griffbereit? ✔
  • Nasser Kescher mit gummiertem Netz? ✔

Unterm Strich

Catch & Release ist in Deutschland kein Freibrief, aber auch kein Verbrechen. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Entnimm, was du verwerten kannst. Setze zurück, was du zurücksetzen musst. Das ist waidgerechtes Angeln, und genau so hab ich es gelernt und so sollte es jeder Angler halten.

Tight Lines – und viel Spaß am Wasser!

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Veröffentlicht durch die AngelEinsteiger-Redaktion. Veröffentlicht am 15. Juni 2026.

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