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Die Fischerprüfung in Sachsen-Anhalt besteht aus 60 Multiple-Choice-Fragen, 45 davon musst du richtig beantworten, um den Fischereischein zu bekommen. Wer sich zusätzlich nur auf Friedfische beschränken will, kann die günstigere Friedfischfischerprüfung ablegen. Was der Weg zum Schein wirklich kostet und wie die Prüfung 2026 abläuft.
Fischereischeinprüfung: Vorbereitung und Ablauf
Die Fischereischeinprüfung in Sachsen-Anhalt umfasst 60 Fragen aus 6 Themengebieten: Allgemeine Fischkunde (10 Fragen), Spezielle Fischkunde (10), Gewässerkunde (10), Gerätekunde (10), Gesetzeskunde (10) und Naturschutz (10). Du brauchst mindestens 45 richtige Antworten insgesamt und in jedem Themengebiet mindestens 6 von 10. Prüfungszeit: 90 Minuten (mehr als genug).
Vorbereitungskurs: 30–40 Unterrichtsstunden, Kosten 80–150 € je nach Anbieter. Online-Kurse (Fishing King, 50–80 €) sind günstiger und flexibler, du lernst mit Videos, Übungsfragen und Prüfungssimulationen am Handy oder PC. Die Bestehensquote liegt bei 85–90 %, mit 2–3 Wochen Vorbereitung (30 Minuten täglich Übungsfragen) schaffst du die Prüfung sicher.
Kosten im Überblick
Prüfungsgebühr: für Volljährige liegt sie laut Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt bei rund 55 bis 60 € für die Fischerprüfung, für unter 18-Jährige etwa bei der Hälfte. Fischereischein: die Ausstellung kostet je nach Laufzeit gestaffelt, etwa 10 € pro Jahr bei ein- bis vierjähriger Gültigkeit oder rund 40 € für fünf Jahre; ein Schein auf Lebenszeit ist als Einmalzahlung deutlich teurer. Dazu kommt die Fischereiabgabe des Landes: 6 € pro Jahr für Erwachsene, 1 € pro Jahr für unter 18-Jährige. Vorbereitungskurs: 50–150 €. Erlaubnisschein (Vereinsgewässer): 30–100 € pro Jahr je nach Verein. Prüf die genauen, aktuell gültigen Sätze vor deiner Anmeldung direkt beim Landesverwaltungsamt (lvwa.sachsen-anhalt.de) oder beim Landesfischereiverband Sachsen-Anhalt (lfv-sa.de), Gebührenordnungen werden gelegentlich angepasst. Der Fischereischein aus Sachsen-Anhalt gilt als Befähigungsnachweis bundesweit, du brauchst am jeweiligen Gewässer trotzdem den lokalen Erlaubnisschein.
Praktische Prüfung: Ruten zusammenbauen
In Sachsen-Anhalt gibt es keine separate praktische Prüfung, die Prüfung ist rein schriftlich. In anderen Bundesländern (z. B. NRW, Bayern) musst du zusätzlich Angelruten zusammenbauen und Fische am Bild erkennen. Trotzdem: Übe das Zusammenbauen einer Pose- und einer Grundmontage vor dem ersten Angeltag. Die Theorie aus dem Kurs wird erst am Wasser lebendig.
Prüfungstermine: Monatlich bei den Unteren Fischereibehörden der Landkreise. Anmeldung: 4 Wochen vor dem Termin bei der zuständigen Behörde. Mitbringen: Personalausweis, Teilnahmebestätigung des Vorbereitungskurses (bei Online-Kurs: Zertifikat ausdrucken), Prüfungsgebühr in bar oder per Überweisung je nach Behörde. Ergebnis: Sofort nach der Prüfung, du bekommst das Ergebnis vor Ort mitgeteilt.
Lern-Apps und Übungsmaterial: Fishing King (iOS/Android, 50–80 € inklusive Kursgebühr) bietet alle 900+ Prüfungsfragen als Multiple-Choice-Test. Die App zeigt dir, welche Themengebiete du noch üben musst. Alternativ: Angelprüfung.de (kostenlos, werbefinanziert) mit dem vollständigen Fragenkatalog aller Bundesländer. YouTube-Kanäle wie "Angeln für Anfänger" und "Fishing King" erklären Fischarten, Montagen und Gesetzeskunde in kurzen Videos, ideal zur Ergänzung des Lehrmaterials.
Nach der Prüfung: Dein erster Angeltrip sollte mit einem erfahrenen Angler stattfinden. Vereine bieten Einsteiger-Tage und Mentor-Programme an, dort lernst du in 2 Stunden am Wasser mehr als in 40 Stunden Theorie. Die Praxis am Gewässer ist der wahre Lehrmeister, Knoten binden, Montage werfen, Fisch drillen und sicher abhaken musst du am Wasser üben, nicht im Kursraum.
Die wichtigsten Fischarten für die Prüfung in Sachsen-Anhalt: Karpfen, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Rotauge, Brasse, Schleie, Forelle (Bach- und Regenbogenforelle), Wels. Lerne diese 10 Arten sicher, Aussehen, Lebensraum, Schonzeiten und Mindestmaße. Für die Prüfung reicht es, wenn du die Fische am Bild erkennst und die wichtigsten Fakten kennst. Karteikarten mit Fischbild auf der Vorderseite und Fakten auf der Rückseite sind die effektivste Lernmethode. Online-Trainer mit Fischerkennungs-Quiz gibt es in allen gängigen Angelprüfungs-Apps kostenlos.
Schonzeiten und Mindestmaße im Blick behalten
Für die Prüfung reicht das Auswendiglernen der Werte, am Wasser entscheidet die aktuell gültige Landesfischereiordnung Sachsen-Anhalts darüber, welche Fische wann und in welcher Größe entnommen werden dürfen. Diese Werte werden gelegentlich angepasst, deshalb solltest du sie nicht nur aus dem Prüfungslehrbuch, sondern immer zusätzlich aus der aktuellen Gewässerordnung deines Vereins oder direkt von der Fischereibehörde übernehmen. Ein untermaßiger oder in der Schonzeit gefangener Fisch muss schonend und unverzüglich zurückgesetzt werden, das Küchenfenster zählt hier nicht, sondern das tatsächliche Fangdatum.
Von der Prüfung zum ersten Angeltag
Zwischen bestandener Prüfung und dem ersten eigenen Angeltag liegen für die meisten Neulinge zwei praktische Hürden: die Wahl des richtigen Gewässers und die passende Grundausstattung. Für den Einstieg lohnt sich die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Angelvereine in Sachsen-Anhalt, sie bewirtschaften eigene Gewässer, bieten meist günstige Jahreskarten für Mitglieder und oft auch Einsteiger-Veranstaltungen, bei denen erfahrene Angler ihr Wissen weitergeben. Die Mitgliedsbeiträge liegen je nach Verein und Region unterschiedlich hoch, informiere dich vorab bei mehreren Vereinen in deiner Nähe und vergleiche Gewässerangebot, Beitrag und Regelwerk. Alternativ bieten viele Vereine auch Tages- oder Gastkarten ohne Mitgliedschaft an, das eignet sich gut, um ein Gewässer erst kennenzulernen, bevor du dich langfristig bindest.
| Prüfungsteil | Fragen | Mindestpunktzahl |
|---|---|---|
| Allgemeine Fischkunde | 10 | 6 |
| Spezielle Fischkunde | 10 | 6 |
| Gewässerkunde | 10 | 6 |
| Gerätekunde | 10 | 6 |
| Gesetzeskunde | 10 | 6 |
| Naturschutz | 10 | 6 |
Tipp für die Prüfungsvorbereitung: Mache 3 Wochen vor der Prüfung jeden Tag einen Übungstest (60 Fragen, 90 Minuten) in der App. Die Fragen wiederholen sich, nach 10 Durchläufen erkennst du die Antworten sofort. Wer die Übungstests konsequent macht, besteht in aller Regel beim ersten Anlauf. Am Prüfungstag: Ausgeschlafen und pünktlich erscheinen, Personalausweis und Kursbestätigung dabeihaben, ruhig und konzentriert die Fragen durchgehen. Die meisten Fehler passieren durch Hektik, nicht durch fehlendes Wissen.
Nach der Prüfung: Was noch zu tun ist
Mit dem bestandenen Prüfungsergebnis stellst du bei der unteren Fischereibehörde deines Wohnorts den eigentlichen Fischereischein aus, das Prüfungszeugnis allein berechtigt noch nicht zum Angeln. Du entscheidest hier, für wie viele Jahre du den Schein lösen willst, ein- bis fünfjährig oder auf Lebenszeit. Kurze Laufzeiten sind günstiger im Jahr, summieren sich aber, wer sicher ist, dass er dauerhaft angeln will, fährt mit der Lebenszeit-Variante langfristig günstiger. Mitbringen musst du in der Regel ein biometrisches Passfoto, deinen Personalausweis und das Prüfungszeugnis.
Mit dem ausgestellten Fischereischein allein darfst du noch nirgends angeln, er ist nur der persönliche Befähigungsnachweis. Für jedes einzelne Gewässer brauchst du zusätzlich einen Erlaubnisschein (auch Fischereierlaubnisschein oder umgangssprachlich Angelkarte genannt) vom Gewässereigentümer, das ist meist ein Angelverein, ein Landesanglerverband oder ein privater Pächter. In Sachsen-Anhalt bewirtschaften vor allem die Mitgliedsvereine des Landesfischereiverbands Sachsen-Anhalt und die Landesanglerverbände einen Großteil der Gewässer, Tages- und Jahreskarten sind bei den Vereinen oder in Angelläden vor Ort erhältlich.
Ohne Schein angeln: Warum sich das nicht lohnt
Auch mit gültigem Schein gelten am Wasser weitere Pflichten: Schonzeiten und Mindestmaße für einzelne Fischarten, ein Gewässerschutzstreifen entlang mancher Ufer, sowie die konkreten Bestimmungen aus der Gewässerordnung deines Vereins (erlaubte Köder, Hakenzahl, Nachtangelverbote an bestimmten Gewässern). Diese Regeln stehen meist im Kleingedruckten des Erlaubnisscheins, lies sie vor dem ersten Angeltag durch, Unwissenheit schützt bei einer Kontrolle nicht vor einem Bußgeld.
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Veröffentlicht durch die AngelEinsteiger-Redaktion. Veröffentlicht am 5. Juni 2026.
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